Bürgerversammlung vom 05.12.2018 in Hammelburg

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Bürgerversammlung Hammelburg am 5. 12.18 war eine Farce
Eine Retrospektive statt Blick in die Zukunft – dabei hatten wir uns wirklich ernst zunehmende
Vorschläge erhofft.
Im übrigen erfuhr die BI von der Bürgerversammlung erst aus der lokalen Presse und dem
Stadtblatt, eine persönliche Einladung wäre vielleicht nicht verkehrt gewesen!
Aber nun zur Bürgerversammlung:
Mit den Begrüßungsworten von Bürgermeister Armin Warmuth wurden bereits die Weichen für
den Verlauf der Bürgerversammlung gestellt. Es wird an diesem Abend keinen Blick in die Zukunft
geben, sondern eine sich wiederholende Darstellung des Projekts Bürgerhaus.
Als angeblich neutraler Moderator des Abends fungierte der Architekt Herr Prof. Martin Schirmer,
der auch schon den Architekten-Wettbewerb geleitet hatte. Er erteilte auch das Wort an Fragen
und Kommentare aus dem Publikum.
Als erster Redner erläuterte Herr Alexander Zeller von der Regierung von Unterfranken langatmig
(ca. 1/3 der gesamten Redezeit) die einmalig positive Fördersituation der Stadt Hammelburg.
Seine Aussage war eine Drohgebärde, dass durch den Bürgerentscheid lediglich Geld verloren
gehen würde, da zukünftig nicht mehr mit allen Fördermitteln zu rechnen sei.
Auf die konkrete Frage, ob denn eine Förderung des Bürgerhauses OHNE Architektenwettbewerb
möglich sei, kam nur die Aussage: „Das macht man normalerweise immer so“. Ergo, es ginge
auch anders, wenn man wollte.
Auch die Problematik , dass mit der Förderinitiative „Innen statt Außen“ vor allem in den Ortsteilen
benötigte neue Baugebiete über 10-15 Jahre nicht gefördert werden können, wurde auf
Nachfrage als falsch dargestellt.
Mit den Herren Architekten Frese und Rissland, die mit ihrem Siegerentwurf des
Architektenwettbewerbs den Auftrag für den Bau des 7,34 Mio. teuren Bürgerhauses bekamen,
war die Stadt im Vorfeld in Kontakt getreten. Sie sollten Vorschläge machen, wie man durch
Änderungen in der Planung und Gestaltung des Bürgerhauses Kosten einsparen könnte.
Dieser Vortrag war einfach nur lächerlich. Die Ernsthaftigkeit fehlte von Anfang bis Ende und war
von der Stadt wohl auch nicht gewünscht.
Die Vorschläge, die zur Kostenminimierung vorgetragen wurden, hätten nur geringe Einsparungen
zur Folge und wurden als „Billiglösung“ dargestellt. In Änderungsvorschlägen zur Fassade wurden
bewusst falsche Proportionen der Häuser des Marktplatz-Ensembles angesetzt. Das Rathaus und
geplante Bürgerhaus wurden verniedlicht und das Eckhaus (Schillinghaus) vergrößert dargestellt.
Auf die Frage, wie hoch denn die Unterhaltskosten des geplanten Bürgerhauses ausfallen würden,
gab es keine verwertbare Antwort.
Der ganze Auftritt dieser Herren war nur peinlich und gegenüber der Familie Schilling persönlich
beleidigend. Ernst zunehmend war diese Vorstellung nicht.
Aber wie hieß es noch aus dem Publikum: „Macht die Kiste 1,- € billiger, dann ist doch dem
Wählerwillen genüge getan“.
Ist das das Votum, das 2830 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die sich für unsere Sache
ausgesprochen haben, verdienen? Die Stadt versucht mit allen Mitteln „IHR BÜRGERHAUS“
durchzuboxen (koste es was es wolle). Von wegen, wir wollen keine Gräben aufkommen lassen.
Die Vertreter der BI haben sich an diesem Abend gerade aus diesem Grund sehr bedeckt
gehalten.
Zum Ende der Veranstaltung holte Herr Fenn noch zum Schlussplädoyer aus, in dem er nach wie
vor das Ergebnis des Bürgerentscheides anzweifelte. Fakt ist, 51,55 % sind mehr als 48,45%
nach Adam Riese, und auch knapp gewonnen zeigt es den Willen der wahlberechtigten
Bevölkerung, den es zu akzeptieren gilt.
Was bleibt ist eine offene Frage:
Herr Bürgermeister, wie geht es weiter in Sachen Bürgerhaus in Hammelburg ?
Wir hoffen, dass in Zukunft zumindest die Belange, die das Bürgerhaus betreffen, im öffentlichen
Teil der Stadtratssitzung stattfinden, wie es Elfriede Dickert verlangt hat.